The English Speaking Area – Englisch lernen in Bielefeld

Wie wir die Langeweile australischer Kinder bekämpften

Wie wir die Langeweile australischer Kinder bekämpften

Alles begann im Januar vor einem Jahr. Wir übernahmen die Englisch-Sprachschule für Kinder in der Bielefelder Rohrteichstraße und mussten uns erst einmal finden. Während wir uns einlebten, änderte sich auch die Zusammensetzung des Personals. Alle Kinder bekamen bis März eine neue Lehrkraft. Wir sprachen mit vielen Eltern über die Neuerungen in unserem Englischunterricht. Dann sprachen kamen wir zu einer Mutter, die uns sagte, dass ihre Kinder Sebastian und Marlene (Anm.: Namen geändert) das letzte halbe Jahr keinen Spaß mehr daran hatten, zum Englisch zu kommen. Sie dachte ernsthaft daran uns zu verlassen, da sie ihre Kinder nicht zu uns bringen wollte, wenn sie auf Dauer keine Lust mehr haben. Allerdings hatte sie von anderen Eltern, deren Kindern es ähnlich erging, gehört, dass die neuen Lehrer den Englischunterricht wieder interessant und abwechslungsreich gemacht haben… Sie fragte Sebastian und Marlene und die beiden gaben uns eine Chance.

teenager haben spaß zusammen

Es hieß also: Entweder finden wir ein Format für den Englischunterricht, das den beiden gefällt, oder der Daumen geht nach unten und mit ihm wahrscheinlich auch der Wunsch weiter an den Englischfähigkeiten zu feilen!

Die große Schwierigkeit für Sebastian, der 8 Jahre war, und Marlene, die 6 Jahre war, bestand darin, uns zu sagen, was sie gerne anders gemacht hätten. Sie konnten uns sagen, was sie nicht wollten und was sie als langweilig empfanden. Aber sie hatten keine richtige Idee was ihnen gefallen würde (verständlicherweise). Außerdem mussten sie sich auf einen komplett neuen (erwachsenen) Englischlehrer einlassen. Auch das fördert nicht die sofortige (kritische) Offenheit, die wir so dringend brauchten…

Vor der ersten Stunde Englisch konzentrierten wir uns darauf, wie wir Sebastian und Marlene helfen konnten, den Spaß am Lernen einer Zweitsprache wieder zu entdecken. Wir sind überzeugt davon, dass jedes Kind (und auch jeder Erwachsener) neugierig ist und in seinem tiefsten Innern lernen möchte. Speziell Sprachen lernt man zu einem großen Teil über Erfahrung und Imitation. Zudem ist Lernerfolg zu einem sehr großen Anteil von der Chemie zwischen Schüler und Lehrer abhängig.

Unsere erste gemeinsame Englischstunde mit Sebastian und Marlene sah also eine längere Kennenlernphase auf Augenhöhe vor. Wir saßen auf dem Boden und wir zeigten Ihnen wie wir uns gegenseitig auf Englisch vorstellen können. Mit dem Wissen, dass gemeinsame Erlebnisse zusammenschweißen, fingen wir an kleine Spiele zu spielen, in denen sie an bestimmten Punkten gezwungen waren Englisch zu sprechen. Und zwar nicht nur einzelne Worte sondern ganze Sätze. Sie erfuhren wie es ist, wenn man durch echte und richtige englische Sprache einen kleinen Erfolg erzielt, weil man verstanden wird. Ihr Neugier auf das Abenteuer „Englisch lernen“ konnte sich neu entzünden.

Wir wuchsen zusammen und die beiden kamen wieder gern in unseren Englischunterricht. Es gab natürlich auch Spiele, die nicht so viel Spaß machten und Tage an denen man einfach nur K.O. war. Aber wir schafften es (wohlbemerkt zusammen), unsere gemeinsame Zeit abwechslungsreich zu gestalten. Voll mit kleinen Alltagssituationen und Spielen in denen man lernen konnte, Englisch nicht durch Übersetzen oder Grammatikpauken sondern durch einfache Anwendung (Imitation) und Erfahrung zu lernen. Sebastian und Marlene hatten es außerdem geschafft, für sich einen Weg zu finden, uns ganz offen und zwangfrei zu sagen, ob sie etwas an unserem Englischunterricht mochten oder nicht. (Anm.: Kinder können so herzhaft ehrlich sein! )

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Irgendwann neigte sich dann das Jahr dem Ende. Sebastian und Marlene fuhren zwischen den TirolJahren mit ihren Eltern nach Tirol.

Als wir uns im Januar 2016 dann zu unserer ersten Englischstunde wieder sahen, erzählte uns die Mutter der beiden folgende Begebenheit:

Im Hotel in Tirol gab es eine Menge Familien mit Kindern und alle spielten miteinander. Dann war da noch eine australische Familie mit Kindern im Alter von Sebastian und Marlene. Die spielten immer allein, da sie leider nur Englisch sprachen und die anderen sie nicht verstanden. Auf Dauer wurde es natürlich langweilig immer nur mit den eigenen Geschwistern zu spielen. Das war der Moment für UNSERE (!!!) Schüler – STOLZ! – Sebastian und Marlene. Völlig angstfrei und mit natürlicher Leichtigkeit gingen Sie zu den australischen Kids und begannen ein Gespräch auf Englisch. Sie spielten mit ihnen. Sie tauschten sich aus und alles als wäre es das Normalste auf der Welt, die Sprache in der man sich unterhält von Deutsch auf Englisch umzuschalten.
Die kleinen Australier waren natürlich dankbar ohne Ende, dass sie nicht mehr mit ihren Geschwistern spielen mussten. Die Langeweile verflog, weil es ja jetzt auch andere Englisch sprechende Kinder gab, mit denen man etwas unternehmen konnte.

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