3 Erfahrungen, wie eine zweite Sprache auf Kinder wirkt

Veröffentlicht von

Wolltest Du Dein Kind schon mal eine zweite Sprache lernen zu lassen? Sagte Dir Dein Bauch auch, es wäre das Richtige und Dein Kopf war sich nicht sicher? Nun hier kommen ein paar Erfahrungswerte, wie es ist, Kinder mit einer zweiten Sprache aufzuziehen und was es mit ihnen macht.

1. Eine zweite Sprache überfordert nicht

Seit ihrer Geburt spricht meine Frau Deutsch mit meinen Kindern und ich Englisch. Eine der häufigsten Fragen am Anfang war, ob wir die Kinder nicht überforderten. Sollte man nicht erst eine und dann eine zweite Sprache lernen?

Wir entschieden uns damals, beide Sprachen gleich zu sprechen. Das Bemerkenswerte: Unsere Kinder verstanden beide Sprachen mühelos. Sie konnten im Millisekundenbereich „umschalten“. Das ging schneller als bei mir. Es war für sie absolute Normalität, dass sie mit ihrer Mutter und allen anderen Deutsch sprachen und mit ihrem Vater Englisch. Sagte ich etwas nach dem Muster „Sagt mal Eurer Mutter…“, wechselten sie schon in der Drehung die Sprache und quatschten auf Deutsch weiter.

Sind Kinder überfordert? Meiner Erfahrung nach, ganz klar nein. Es ist für die meisten Menschen dieser Erde übrigens völlig normal, eine zweite Sprache zu sprechen. Das Gehirn kann es.

2. Eine zweite Sprache grenzt nicht aus

Die nächste Befürchtung, die wir anfangs immer wieder hörten, war: „… dann wissen ja die Kinder gar nicht, wo sie hin gehören.“ Die Angst konnte ich damals schon nicht teilen, da meiner Ansicht nach Kinder ihre Zugehörigkeit an anderen Dingen festmachen. Zu erst natürlich an der Frage, wer Mama und Papa sind (egal, wie sie sprechen). Im Kindergarten war es situationsabhängig, wer gerade Lust auf Lego oder Verstecken hat. In der Grundschule scheinen es immer mehr gemeinsame Interessen, wie Fußball oder Ninjago, zu werden.
Weiter bin ich noch nicht als Vater… 🙂
Als Erwachsener kann ich jedoch über mich sagen, dass meine Zugehörigkeit zu einer Gruppe von gemeinsamen Interessen, Erfahrungen und Charakterzügen wie Loyalität und Ehrlichkeit bestimmt wird.

Grenzt eine zweite Spracha aus? Nein. Im Gegenteil. Ich konnte feststellen, dass es gerade die Situationen sind, in denen andere ausgegrenzt werden, in denen meine Kinder über sich hinaus wachsen und sich unabhängig von einer Gruppe, um denjenigen kümmern.

Die Forschung fand eine stärker ausgeprägte Fähigkeit, sich in andere versetzen zu können, bei Kindern, die eine zweite Sprache sprechen.

3. Eine zweite Sprache wirkt auf die Intelligenz

Mir ist bewusst, dass das ein heikles Thema ist. Die Messbarkeit von Intelligenz ist zum einen nicht so richtig aussagekräftig. Zum anderen ist der richtige Charakter meiner Meinung nach viel wichtiger im Leben. Und es hat den Beigeschmack, dass ich meine Kinder natürlich durch eine rosarote Brille sehe, weil es meine sind. Zudem gibt es einen Haufen anderer Faktoren, die auf Intelligenz wirken, außer die zweite Sprache.

Das alles im Hinterkopf, bin ich davon überzeugt, dass Zweisprachigkeit sich positiv auf Intelligenz auswirkt. Im Fall meiner Kinder ist es die englische Sprache, die in meinen Augen zusätzlich dafür sorgt, dass ihr Entwicklungsstand durchaus überdurchschnittlich weit ist.

Ich möchte das sehr vorsichtig formulieren und es soll kein Angeben sein. Mir ist bewusst, dass alle Eltern „bei klarem Verstand“ ihre Kinder als etwas Besonderes sehen. Ich bin da keine Ausnahme. Deshalb versuche ich „objektive“ Kriterien zu wählen.
Beide unsere Kinder machten einen Test beim Kinderarzt, der zum Ziel hatte, ihren Entwicklungsstand im Vergleich zum Alter herauszufinden und „brachten die Nadel zum Anschlag“ auf der Skala.
In Sachen sprachlicher Kompetenz (übrigens die deutsche) können beide mit ihren älteren Cousins und anderen älteren Kindern mithalten.
Die Lehrerin unseres Sohnes schlug uns vor, ihn von der ersten Klasse in die dritte Klasse hochzustufen.
Ein Pädagoge im persönlichen Umfeld fragte, ob wir unsere Tochter mit fünf einschulen werden.

Und das Fazit des Ganzen?

Ich bin froh, dass es meinen Kindern gut geht. Sie haben viele Freunde und spielen ausgelassen. Wir sind ein ganz normaler Haushalt. Auch wir haben die Diskussionen, wie viel Zeit vor dem Tablet verbracht wird, und kämpfen mit der Frage „Warum?“…
Mir ist es egal, ob sie ein Jahr in der Schule überspringen. Aber ich glaube, das die zweite Sprache definitiv etwas mit ihrem Entwicklungsstand zu tun hat.
Es mag andere Faktoren geben, die genauso wichtig sind, aber ohne ihr Englisch stünden sie meiner Ansicht nach woanders.

Ich hoffe, es ist jedem bewusst, dass das hier eine rein persönliche Meinung ist und jeder die Fakten anders interpretieren darf. Mein Ziel war, einen kleinen Erfahrungswert zu liefern, wie eine zweite Sprache auf Kinder wirkt. Übrigens glaube ich, dass es keinen Unterschied macht, ob es sich dabei um Englisch, Türkisch oder Russisch oder sonst irgendeine Sprache handelt.

 

Was möchtest Du als nächstes tun?

Zur Übersicht dieses Blogs gehen?

Unser Unterrichtsangebot kennenlernen?